Der chinesische Lieferdienst-Konzern Meituan hat LongCat-2.0 veröffentlicht — ein Open-Source-KI-Modell mit 1,6 Billionen Parametern, das komplett auf chinesischer Hardware trainiert wurde. Kein einziger NVIDIA-Chip kam zum Einsatz. Das Modell beweist: Die US-Chip-Exportkontrollen hindern China nicht daran, Frontier-KI zu bauen.
Die Fakten
- Parameter: 1,6 Billionen (1.600 Milliarden)
- Training: Über 50.000 heimische KI-Beschleuniger (Huawei HCCL)
- Kontextfenster: 1 Million Token
- Coding-Benchmark (SWE-bench Pro): 59,5%
- Inferenz-Kosten: 0,038 $/Million Token — extrem günstig
- Lizenz: Open Weights auf Hugging Face
- Huawei liefert: Die Ascend-Chips von Huawei erreichen nicht die Effizienz von NVIDIAs H100/B200, aber in Masse kompensieren sie das.
- Software-Innovation: Chinesische Teams optimieren aggressiv — weniger Hardware, ähnliches Ergebnis.
- Open Source: Durch die Veröffentlichung auf Hugging Face demonstriert China Selbstbewusstsein.
- Günstiger: Chinesische Modelle drücken die Preise für alle Anbieter
- DSGVO-Problem: Chinesische KI-Dienste haben in der EU erhebliche Datenschutzbedenken
- Lokale Nutzung: Open-Weight-Modelle wie LongCat-2.0 können auf eigener Hardware laufen — dann entfällt das China-Risiko
Zum Vergleich: GPT-5.6 Luna kostet 1 $/6 $ pro Million Token. LongCat-2.0 ist bei der Inferenz 26x günstiger.
Warum das geopolitisch wichtig ist
Die USA haben unter Trump und Biden die Exportkontrollen für KI-Chips nach China massiv verschärft. Das Ziel: China beim KI-Wettlauf ausbremsen. LongCat-2.0 zeigt, dass das nur bedingt funktioniert:
Zusammen mit DeepSeek, das laut Ramp-Daten zum meistgenutzten neuen Software-Anbieter bei US-Firmen aufgestiegen ist, zeigt sich ein klares Bild: Chinesische KI ist nicht nur aufgeholt — sie konkurriert direkt mit Silicon Valley.
Relevanz für deutsche Unternehmen
Für Unternehmen in unserem KI-Tool-Katalog ergeben sich Chancen und Risiken:
Quellen: TechRadar, The Decoder